Ausstellung - Laudatio

Die Sängerin Andra Barz ist im Havelland aufgewachsen, später  hat sie genau wie Theodor Fontane einige Jahre in England verbracht. In London war sie als Architektin tätig – und lernte das Heimweh kennen, sie sehnte sich nach dem Wald ihrer Kindheit. Sie vermisste den Kiefernduft, das Vogelgezwitscher und  -   die Berliner Schnauze. In Fontanes Liebe zu Brandenburg findet sich die Sängerin wieder. Ihr Thema ist ganz aktuell: War der Begriff „Heimat“ vor einigen Jahrzehnten noch beinahe ein Unwort, kommt heute kaum noch ein Parlamentarier umhin, seine Verbundenheit mit der Heimat ( vulgo: Wahlkreis) zu betonen.

Zurück im Havelland widmete sie sich der Musik. Die Sehnsucht nach der Idylle mit Wald und Wasser macht die Sängerin hörbar. Musik und Gesang erscheinen wie schwebend, wie Nebelschleier wehen die Klänge durch die Landschaft, mal näher mal ferner erscheinend.

Ihre Kompositionen zu Gedichten von Theodor Fontane und zu eigenen Texten hören Sie heute. Darin spielen das Havelland und die Natur die wichtigsten Rollen. Es gibt auch Rangeleien in „Rangstreitigkeiten“, wenn sich Putzlumpen darüber unterhalten, ob Batist oder Sackleinen einst den höheren sozialen Wert hatte.

Die vertonten Fontane-Gedichte sind: "Mittag", "Im Garten", "Guter Rat" und "Der Kranich".

Mit teilweise veränderten oder ergänzten Texten singt Andra Barz  „Herbstlied“,  „Rangstreitigkeiten“ und „O trübe diese Tage nicht“. Zur Unterscheidung werden Fontanes Strophen mit Melodie gesungen. Ihre eigenen Texte trägt die Künstlerin im Sprechgesang vor. Eine Klanginstallation präsentiert das vertonte Gedicht  "Havelland" mit dem original Fontane-Text.


Nach einigen Jahren in Brandenburg hat Andra Barz 2013 die bürgerliche Gesellschaft hinter sich gelassen. Sie lebt in einem alternativen Dorf mit Gleichgesinnten in Portugal.                                           © Judith Meisner