Ausstellung - Laudatio

Frantek P. Riedel

Frantek P. Riedel hat sich dem Porträt Theodor Fontanes gewidmet. Der Metallkünstler sieht in dem Dichter „eine schillernde Gestalt“, wie er sagt, war Fontane doch Apotheker, 1848 verhinderter Barrikadenkämpfer mit einem verrosteten Gewehr aus einem Theaterfundus, Journalist und Schriftsteller. In einem Rahmen schwingt Fontanes Bildnis aus schimmerndem Edelstahl. Die ausgeschnittenen Pupillen wirken wie Aussichten in die Landschaft – und bieten damit zugleich einen Einblick in die Seele des Brandenburger Dichters, dessen Liebe dem Märkischen gehörte.

Mit den Texten Fontanes setzt sich Frantek P. Riedel auseinander, in dem er Titel der Novellen, Romane, Gedichte sowie vermutete Gedanken des Dichters in einem zweiten Porträt verewigt.
Schriftzüge wie „Irrungen – Wirrungen“, „Stine“ und andere wurden mit Sandstrahltechnik bleibend in den Stahl geprägt: „In den Kopf des Dichters, „dort, wo die Gedanken entstehen“, sagt Frantek P. Riedel.

Wohl niemand hat sich so intensiv mit Land und Leuten Brandenburgs auseinandergesetzt wie Fontane. Dem trägt der Künstler Rechnung, wenn er vor der Galerie im Landhaus Ribbeck sein Werke positioniert und zugleich damit eine Art Wegweiser schafft zu einer Ausstellung, die sich in besonderer Weise mit dem Schriftsteller befasst, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern.

Frantek P. Riedel wurde 1944 in Königsberg geboren und besuchte in West-Berlin die Akademie für Werkkunst und Mode, eine Vorläuferin der Universität der Künste. 1972 schloss er als Diplom-Designer ab in den Fachbereichen Metall und Stein. Bis 2000 hatte er sein Atelier in Berlin. Seither lebt und arbeitet er in Lietzow bei Nauen im Havelland.

Frantek P. Riedel versteht sich nicht nur als freier Künstler. Von hohem Rang sind seine Entwürfe für ungewöhnliche Sitz- und Liegemöbel in Bauhaus-Tradition. Auch als Designer von außergewöhnlichen Inneneinrichtungen und spannenden Gartenzäunen machte er sich einen Namen. Im Ribbecker Pfarrgarten sind seine „Blumen im Wind“ und der „Wunschbaum“ zu sehen.

© Judith Meisner