Ausstellung - Laudatio

Katrina Lange hat eine Installation erarbeitet, „Das Spurenquintett nach Fontane“. 

Sie zeigt ein Porträt des Schriftstellers und ein Video seiner Entstehung. Die Künstlerin nutzt Fontanes hohe Stirn, um mit Bildern und Texten an seine bekanntesten Werke zu erinnern. Da sehen wir Effi Briest mit Sonnenschirm als verspielten Teenager, kurz bevor ihre Mutter ihr die Neuigkeit eröffnet, dass sie nun die Braut des mehr als doppelt so alten Baron von Innstetten werden könnte. Für die junge, eitle  Effi ist es ein Abenteuer,  ihr neuer Status erscheint ihr wie ein Spiel, warum denn nicht Braut sein? Später wird sie an dieser unseligen, arrangierten Ehe zu Grunde gehen. Einige Schlösser hat die Malerin ebenfalls im Porträt verewigt. Neben Hoppenrade ist das elegante Liebenberg zu sehen. Plaue zeigt sich in morbidem Charme und die Ruine von Quitzövel überwuchern Brennesseln. Das Schloss Dreilinden, der Name ist bekannt durch den Grenzübergang während des Kalten Krieges,  ist im Dunkel der Geschichte verschwunden. Über Fontanes Porträt ziehen sich kalligraphische Buchstaben und verdichten sich zu einem Satz des Schriftstellers. Katrina  Lange stammt aus Rathenow. Zur Malerei und Kalligraphie kam sie als Au pair in Philadelphia, USA. Zurück in Deutschland studierte sie Kommunikationsdesign und fand ihr berufliches Zuhause in der künstlerischen Grafik. Für ihre Diplomarbeit entwickelte sie ein Kinderbuch, das im renommierten S. Fischer-Verlag erschien. Es wurde für den Preis des Deutschen Designer Clubs nominiert. Katrina Lange hat sich in Berlin-Köpenick als Illustratorin, Kalligraphin und Grafikerin etabliert.                                                                    © Judith Meisner